Florian Ardner aus Olching ist einer der jüngeren Triathleten des TuS Fürstenfeldbruck. Trotzdem hat der 29-jähriges sich bereits im letzten Jahr der ganz großen Aufgabe gestellt und einen Triathlon über die Königsdisziplin im Triathlonsport absolviert. Auf der Langdistanz, welche bekanntermaßen Ihren Ursprung im Ironman auf Hawaii hat, bewältigen die Athleten zunächst 3800 m beim Schwimmen, anschließend sind 180 km auf dem Rad zurück zu legen, zum Abschluss wartet dann noch ein ausgewachsener Marathon über 42,195 km auf die Ausdauersportler.

Das Saisonziel 2014 des Luft- und Raumfahrtingenieurs war die Langdistanz im fränkischen Roth. Der dortige Wettkampf ist in der Triathlonszene als der stimmungsvollste Wettkampf weltweit bekannt. Etwa 250.000 Zuschauer sind jedes Jahr an der Strecke, der gesamte Landkreis scheint auf das Juliwochenende hinzufiebern.

Die Saisonvorbereitung Ardner’s lief allerdings sehr durchwachsen. Nach gutem Start bei einem Radtraining in Istrien stellten sich im weiteren Verlauf des Frühjahrs etliche Infekte ein, welche ihn zur Absage zahlreicher Vorbereitungswettkämpfe zwangen. Die zunächst angepeilte ambitionierte Endzeit von 10:30 h wurde immer weiter nach oben korrigiert bevor zum Sommer die Gesundheit und Form immer stabiler wurde, mehr als 11 Stunden sollten es aber dann doch nicht sein. In der Woche vor dem Wettkampf zeichnete sich auch noch eine Hitzewelle ab, Temperaturen deutlich über 30°C wurden vorhergesagt.

Am Wettkampftag lief es für Ardner dann zunächst richtig rund. Nach 68 Minuten hatte er die 3,8 km schwimmend zurück gelegt und auch auf dem Rad genoss er die unvergleichlichen Stimmungsnester an der Strecke, wo die Zuschauer die Sportler in Tour de France-Manier in einer engen Gasse die Steigungen hochjubeln. Trotz der tropischen Hitze ging es auch beim Marathon noch relativ gut vorwärts, während bereits zahlreiche andere Eisenmänner dem Wetter Tribut zollen mussten und aufgaben. Nach 25 km kam auch der junge Olchinger an seine Grenzen und musste an jeder Verpflegungsstelle anhalten und sich abkühlen. Aber auch hier wurde er durch engagierte Zuschauer motiviert und zum Durchhalten aufgefordert. Einige Kilometer vor dem Ziel genehmigte sich Ardner dann den ersten Blick auf die Uhr und stellte fest, dass trotz der harten Bedingungen noch eine Zeit unter 11 h im Bereich des möglichen lag.

Das gab ihm die Kraft für die letzten Kilometer und tatsächlich erreichte er das Ziel nach 10:56 h. Als 500er von etwa 3500 Athleten war Ardner zufrieden mit seinem Auftritt, auf den er sich ganzjährig vorbereitet hatte. Schließlich pendelt er ein Mal in der Woche mit seinem Rennrad zwischen Olching und seinem Arbeitsplatz in Manching, eine Anstrengung, die sich jetzt bezahlt machte.