Andrea und Basti waren beim Ironman in Schweden und erlebten einen spannenden Wettkampf.

Am Dienstag war es endlich soweit, wir machten uns auf den Weg nach Kalmar! Das Auto voll bis oben hin ging es erst nach Rostock und von dort mit der Fähre nach Trelleborg. Nach weiteren vier Stunden Fahrt kamen wir am Mittwoch in Kalmar an und radelten direkt einen Teil der Strecke ab. Das sah nach einem schnellen Kurs aus! Auch die Wetterprognose wurde immer besser, sodass wir die nächsten Tage in freudiger Anspannung (oder auch Warterei) verbringen konnten.

Dei folgenden zwei Tage haben wir auf dem Steg dieser wunderschönen Kleinstadt nicht nur die Sonnenstrahlen genossen, sondern uns auch den Schwimmkurs ein wenig näher angesehen. Für Andrea war das eine wahre Herausforderung, schließlich gab es bis zur Wasseroberfläche reichende Pflanzen, die gierig nach den Füßen gegriffen haben, und nicht wenige Ohrenquallen.

Am Donnerstag lauschten wir dem ausführlichen Racebriefing und machten uns Freitag dann etwas nervös fertig zum Bike-Checkin. Leider durften wir die Räder nicht komplett abdecken (Wind) und so bekamen die Räder über Nacht eine Dusche ab.

Nach einem reichhaltigen Asia-Buffet ging es früh ins Bett. Der nächste Morgen kam dann schneller als erwartet: Es regnete in Strömen und war so laut, dass wir noch vor dem Weckerklingeln wach wurden. Natürlich trug das keinesfalls zur Stimmung bei. Pünktlich jedoch um 5:30 verzogen sich die Wolken und wir konnten die Wechselzone trocken betreten. Nochmal alles checken, Powermeter schien noch zu funktionieren, Luft in den Reifen passte – alles gut.

Dann wurde der Neo angezogen und sich in die richtige Startgruppe einsortiert (Rolling Start). Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und da durch das Hafenbecken geschwommen wird, hört und sieht man die Anfeuerungsrufe der Menge sehr gut. Das Schwimmen lief bei uns beiden gut, Wasserpflanzen und Quallen wurden einfach ignoriert und so kamen beide zufrieden (und hungrig) in die Wechselzone.

Natürlich war die Radstrecke anfangs nass, sodass man in den Kurven sehr vorsichtig fahren musste. Auf der Öland-Brücke gab es dann entgegen der Voraussagen ordentlichen Rückenwind, sodass beide hier einige Plätze gut machen konnten (bei Rückenwind ruhen sich die Schweden wohl gern mal aus). Die Strecke auf Öland war zäh und windig, besonders die Querung auf dem Rückweg war kräftezehrend. Die war jedoch nichts im Vergleich zum Rückweg auf der Öland-Brücke, hier hatte man Probleme den Lenker überhaupt halten zu können, an Aero-Position nicht zu denken. So langsam verließen Sebastian die Kräfte, da er bei den Verpflegungsstationen keine Riegel mehr aufnehmen konnte und Andrea hatte mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen. Die Stimmungsnester und vielen Anfeuerungsrufe machten der Rest der Strecke jedoch erträglicher. Etwas platt kamen beide in der Wechselzone an und „freuten“ sich auf den folgenden Marathon.

Dieser wurde in drei Runden durch die Stadt gelaufen, sodass man durchgängig bejubelt oder angefeuert wurde, das hatte schon was. So lief es bei beiden bis zur Halbmarathonmarke unerwartet rund und machte sogar richtig Spaß. Danach wurde es zäh. Sebastian fing an bei den Verpflegungsstationen zu gehen und auch Andrea legte mit Krämpfen in den Waden eine kurze Geh-Pause ein. Als dann das dritte Gummi am Arm war, wurden die letzten Kräfte mobilisiert – in 2km kam die Finishline.

Und dann war sie da, die Ziellinie, Erlöserin der Schmerzen und Qualen.

Im Nachhinein hatten sich beide schnellere Radzeiten auf der doch so flachen Strecke erhofft. Daran wird gearbeitet. Zumindest haben sich sowohl die Schwimm- als auch Laufzeiten bei beiden im Vergleich zur ersten Langdistanz verbessert und Andrea hat die Hawaii-Quali um nur einen Platz verpasst. 

Lessons learned Sebastian: Pacing und Ernährung sind auf der Langsitanz das A und O.

Lessons learned Andrea: Eine starke Nackenmuskulatur ist durchaus sinnvoll.

Alles in allem war der IM Kalmar eine wunderschöne und empfehlenswerte Veranstaltung. Wir sehen uns bestimmt wieder, wenn auch nicht nächstes Jahr!