Für uns Triathleten ist ein Bikefitting fast nicht wegzudenken aber auch für alle anderen Radfahrer egal ob täglich zur Arbeit, auf Touren oder einfach zum Spaß ist es sinnvoll richtig auf dem Rad zu sitzen. Die Sitzposition wird nach Körpermaßen, Beweglichkeit, Kraft und der Orientierung (z.B. Tour, sportlich, Wettkampf) eingestellt.
Beim Radlabor in München war Fabian vor Ort um sein Rennrad für die Triathlonliga und lange Grundlagenfahrten optimal „fitten“ zu lassen. Vorab wird ein Fragebogen ausgefüllt mit Zielen, Bestzeiten und wünschen.

Vor Ort gibt es dann erstmal ein Gespräch wie das Ganze ablaufen wird und dann geht es auch schon los. Ab in die Radklamotten oder in Fabians Fall in seinen Einteiler. Zuerst wird das Rad exakt ausgemessen, danach der Athlet. Erst dann werden einige Tests gemacht, welche Beweglichkeit, Kraft und auch andere Dysbalancen aufdecken sollen. Fabian läuft mit dem linken Fuß ein wenig nach innen, was mit der richtigen Einstellung der Schuhplatten leicht berücksichtigt werden kann. Andere Athleten haben z.B. ein kürzeres Bein oder eine Schrägstellung der Hüfte ohne dies zu wissen. Schnell kann so etwas zu Schmerzen und schlimmer noch zu chronischen Beschwerden. Bei jeder Übung wird genau erklärt was gut war, was hätte besser sein können und anhand von Modellen genau erklärt worauf es ankommt.

Dann geht es endlich aufs Rad. Der Computer weiß wie das Rad vorher eingestellt war und errechnet die optimale Position individuell auf den Athleten und seinen Wunsch auf dem Rad zu sitzen abgestimmte Position. Zuerst wird Sitzhöhe und Position angepasst. Danach der richtige Abstand zum Lenker, Überhöhung und die Bremsgriffe werden auf die richtige Höhe gebracht. Jedes Mal wird wieder erklärt warum das Rad jetzt genau so umgebaut wird. Im Anschluss werden die Schuhe angepasst, an den zugehörigen Fuß und seine Form. Auch wo der Druck übertragen wird und wie man die Platten genau positioniert wird gezeigt. Gemessen wird jetzt nochmal ob die Beine in der jeweiligen Position auf der Kurbel richtig stehen und ob die Knie den richtigen Öffnungswinkel haben um in der untersten Position keinen Kraftverlust zu haben, weil das Bein zu stark durchgestreckt ist. Auch ob die Knie sich nicht verdrehen wird überprüft.

Wenn das alles geschehen ist geht das Rad zurück auf den Prüfstand und wird wieder mit einem Laser vermessen. Nach individuellen Bedürfnissen wird weiter angepasst, falls noch nicht alles stimmig ist.

Parallel wird auch ein Video erstellt, wo die Fahrtechnik des Athleten gefilmt und verglichen wird.
Dabei wird auch nicht stur auf den richtigen Bewegungsablauf geachtet, sondern auf den Athleten eingegangen.
In einem Abschlussgespräch werden alle Daten in ein persönliches Portal hochgeladen und ein Ausdruck wird gemacht welcher nochmal zusammen durchgegangen wird, mit dem man z.B. auch schnell und einfach ein Miet-Rad einstellen könnte im Trainingslager. Dazu gibt es noch ein gebundenes Skript mit Übungen für Dehnung, Beweglichkeit, Kraft und Mobilisation. Jede Übung wird wieder besprochen und bei Bedarf sogar kurz vorgemacht, damit keine Fragen offenbleiben.
Zum Ende wird nochmal gesagt, dass man sich bei Fragen natürlich nochmal melden darf. Auch wenn man Hilfe beim Einstellen von neuen Schuhen braucht oder sich ein neues Fahrrad zulegen möchte hilft das Team gerne und kann anhand der ermessenen Daten und der Datenbank die ideale Rahmengröße ermitteln um die Entscheidung zu erleichtern. Einer schnellen und verletzungsfreien Saison steht also nichts mehr im Weg.