Als Saisonabschluß hat sich Anja einen Marathon am Bodensee ausgesucht. Die Vorbereitung war gut, aber irgendwo kann es halt immer zwicken.

Nun gut, Raceday war gekommen, top motiviert ging es nach Bregenz. Pünktlich um 11.10Uhr wurden wir bei Kälte und strömenden Regen auf die 42,195km lange Strecke durch Deutschland, Österreich und der Schweiz geschickt. Nach dem Motto, „nur“ noch 42.2km und dann ist diese Wahnsinns-Saison vorbei, stürzte ich mich ins Vergnügen, das leider nicht wirklich lange vorhielt. Die Knieschmerzen, die ich versuchte zu ignorieren, kamen wieder pünktlich bei km3, wo mich auch mein Begleitradler als „3. Frau“ in Empfang nahm. Damit hätte ich bei diesem doch nicht ganz kleinen und internationalen Event nicht gerechnet. Ein Podiumsplatz in Sichtweite, auch wenn noch 39km zu laufen waren. Konditionell fühlte ich mich (die ganze Strecke) super, die ersten 30km konnte ich meine Pace von 4.27min/km perfekt und rhythmisch halten auch wenn die Schmerzen überproportional zunahmen. Bei km 32 wurde die Instabilität im Knie so schlimm, das ich zeitweise mehr gehumpelt und weggeknickt, als locker gelaufen bin. Das meine gewünschte Endzeit von 3.08h weg war, war Nebensache. Die Entscheidung aufzugeben oder den 3. Platz mit einem „safety run“ zu retten, war enorm schwierig, fiel dann aber mit einem „das ziehst Du jetzt durch!“; die mentale Stärke passte mal wieder und die Sonne schien auch wieder…

Fazit: Klar war ich trotz der Platzierung über die Zeit erstmal enttäuscht, weil es unter meinen Erwartungen und unter meiner Leistungsfähigkeit ist. Aber so ist das im Sport, der Tag zählt; erging es nicht Anna Hahner letzte Woche in Berlin ähnlich? Ich bin keine Maschine und für eine knapp 39-jährige Frau, die den Sport auf diesem Niveau erst seit knapp 4 Jahren betreibt, eine sehr respektable Zeit. Und dann noch im Kontext der soliden Topleistungen dieser Saison! Ergo: Alles gut.