Der erste Ironman ist wohl für jedenTriathleten ein ganz besonderer Wettkampf. So war es auch für Florian Ardner ein ganz besonderer Tag an dem er seinen langjährigen Traum vom Ironman erfüllen konnte.

Früh morgens um 7 Uhr fiel der Startschuß zur Jubiläumsausgabe des Ironman Austria im Strandbad in Klagenfurt. 2500 Athleten stürzten sich gleichzeitig in die Fluten. Ich hatte mich in der rechten Gruppe mittig eingeordnet und konnte dem großen Gehaue einigermaßen gut aus dem Weg gehen. Nach ca. 2,8km Rechteckkurs durch den wunderschönen Wörthersee ging es für die letzten 1000m in den Lendkanal ins Landesinnere. Ein unglaubliches Menschenmeer zierte den Kanal und jubelten einen nach vorne. Nach einer für mich sagenhaften Zeit von 1:00:36 verließ ich zufrieden das Wasser.

Die Radstrecke bot einige Highlights für die Athleten. So z.B. den Wendepunkt direkt nach Ausgang der Wechselzone. Auch hier warteten unfassbare Menschenmassen auf einen. Der Anstieg zum Faaker See und ganz besonders der Rupertiberg brachte Alp d’Huez Stimmung nach Kärnten. Für mich lief der Radpart weitesgehend unspektakulär und solide. Somit konnte ich die super Stimmung und die tolle Landschaft genießen. Getrieben vom reinen Finishergedanken hatte ich an meinem Tacho die Geschwindigkeitsanzeige zu geklebt und versuchte lediglich nach Puls zu fahren. Als sich auf der zweiten Radrunde dann langsam das erste mal ein Anflug von Erschöpfung zeigte, hatte ich einen ersten kurzen Durchhänger. Allerdings fing ich mich recht schnell wieder und brachte mit leichten Nackenschmerzen die 180km und 1700 Höhenmeter in 5:38:01 hinter mich.

Mit dem abschließenden Marathon konnte dann der Ironman „beginnen“. Die ersten 5-6 km liefen nach dem Radpart noch etwas holprig und unrund. Aber nachdem ich dann irgendwann meinen Rhythmus gefunden hatte lief es ziemlich gut. An der Laufstrecke gibt es nur wenige Stellen an denen keine Zuschauer stehen. Eine sicherlicherlich besondere Eigenheit des Klagenfurter Ironmans ist der Lauf über die Liegewiese im Krumpendorfer Strandbad (bei vollem Badebetrieb!). Auf der anderen Seite der Laufstrecke läuft man durch die Fußgängerzone Klagenfurts und als Wendepunkt um das Drachendenkmal herum. Damit ich es aber auch wirklich verdient habe mich Ironman zu nennen wurde es für mich ab Kilometer 28 dann doch noch richtig hart. Übelkeit verhinderte eine weitere Nahrungsaufnahme und zwang mich zum gehen. Ca 1,5-2km musste ich gehen und vorsichtig versuchen wieder etwas zu trinken. Mit letzter psychischer und physischer Kraft quälte ich mich mit etwas verringertem Tempo über die restlichen 12 Kilometer der Strecke und konnte so den Marathon noch in 3:49:20 abschließen. Nach über 10,5 Stunden durfte ich endlich auf den atemberaubenden Zielkanal abbiegen und mich wenigstens für einen Moment von hunderten Leuten feiern lassen. Überglücklich und völlig am Ende meiner Kräfte schritt ich nach 10:40:34 über die Ziellinie meines Ironman Debuts. Ein grandioser Moment! Nur ein paar Sekunden…aber sie lassen die Hölle vergessen durch die man am Ende geht.

Das Flair, die Organisation und das „Drum Herum“ in Klagenfurt ist beispiellos. Ein wahnsinnig toller Wettkampf, in jeder Hinsicht, und somit sehr empfehlenswert! Im Ziel gabs dann natürlich direkt noch die obligatrische Frage: „Machst du das wieder?“ Natürlich nicht. Aber nach dem Ironman ist vor dem Ironman, und ein paar besondere Rennen sollte man ja schon erlebt haben. 😉