Mit über 900 Kilometern Autofahrt war der Kiel Triathlon sicher nicht schnell zu erreichen. Aber es lohnt sich! Allein die Schwimmstrecke in der Ostsee, genauer: in der Kieler Innenförde ist ein Traum! Am 11. August schien an der Seebadeanstalt die Sonne und das Wasser glitzerte.  Mit zahlreichen  begeisterten Zuschauern, „Hein Daddel“ dem Maskottchen des THW Kiel- warteten rund 1.100 Teilnehmer ungeduldig auf den Startschuss.

Das übliche Gedränge nach dem Wasserstart löste sich zum Glück schnell auf, so dass ich auf der 1,5 Kilometer langen Strecke schnell an Geschwindigkeit gewinnen konnte. Zum Glück fuhr nicht wieder, wie im letzten Jahr, eine der riesigen Norwegenfähren während der Schwimmdisziplin in die Förde ein. Das steigert zwar den maritimen Flair, produziert aber durchaus hohe Wellen. Nach 1,5 Kilometern erfolgte der Ausstieg an der Seebrücke, über die ich durch applaudierende Zuschauer nach 29 Minuten zur Wechselzone lief. Dass ich in der Aufregung das Rad-Shirt des TriTeams FFB verkehrt herum überzog, soll nur am Rande erwähnt sein.

Die nun folgende Radstrecke war eine Herausforderung. Es gibt zwar wenige hohe Berge in der Gegend, dafür musste aber die Holtenauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal zweimal überquert werden. Sie bietet eine spektakuläre Aussicht auf Ozeanriesen, die ich jedoch nach der anstrengenden Kurbelei  nicht ausreichend genießen konnte. Außerdem kündigte sich bereits mit starkem Wind der später niedergehende Schauer an. Felder und Wiesen nördlich des Kanals boten eine herrliche Abwechslung.

Dank des speziellen Trainings von Paul Günther hat die folgende Wechselzone auch nur wenig Zeit gekostet. Nun galt es während des Laufs in vier Runden entlang der Kieler Förde („Kiellinie“) noch einmal Kräfte zu mobilisieren. Der weite Blick in nördliche Richtung auf die Ostsee hat die aufkommende Erschöpfung fast vergessen lassen. Ich hatte mir fest vorgenommen, auf den letzten beiden Kilometern noch einen Spurt zu wagen, jedoch ist dieses Vorhaben wegen eines Sturzregens „ins Wasser“ gefallen. Durch den grauen Schleier des Regens sah ich noch meine Laufzeit mit 46 Minuten und die Ankunftszeit mit 2:37 Stunden und war sehr zufrieden. Die Spitzenzeiten wurden von Frederic Süßmann (SC Itzehoe, 2:02 Stunden) und Marco Sengstock (USC Kiel, 02:06 Stunden) erreicht.