Im letzten Jahr konnte die europäische Triathlon-Hochburg das glanzvolle Jubiläum „30 Jahre Triathlon in Roth“ feiern. Das Motto in diesem Jahr heißt daher auch folgerichtig „Race the Legend“.

Beim Weltweit größten Langdistanzwettkampf haben sich Christian, Thomas und René der Herausforderung gestellt und den Tag zu einem ganz besonderen gemacht. Zu einem ganz besonders anstrengenden. Zu einem ganz  besonders schmerzhaften. Aber auch zu einem ganz besonders schönen. Gemeinsam mit 3500 Einzel- und 600 Staffelathleten starteten unsere Brucker bestmöglich vorbereitet um die Challenge Roth „zu rocken“.

Während Christian nach starker Schwimmleistung auch auf dem Rad gute Beine hatte und auf der nicht ganz einfachen Radstrecke ordentlich Gas geben konnte musste er sich beim Anschließenden Marathon ab km 25 der Hitze beugen. „Bei solchen Bedingungen nicht einzubrechen aber ebenso nicht übervorsichtig über die Strecke zu schleichen ist eine Gradwanderung – wer etwas riskiert muss damit rechnen, zum Ende hin auf die Zähne beißen zu müssen – das gehört dazu, wir sind ja nicht zum gut aussehen hier.“ Etwas später als geplant aber überglücklich überquerte Christian dann als 51ter des Gesamtfeldes und 23ter des Profifeldes die Ziellinie. „Ich habe mein hoch gestecktes Ziel 8:45 zwar verfehlt aber das Rennen doch vernünftig durchgebracht. Insofern kann ich mit 9:17 sehr gut leben…“ berichtet der Oberschweinbacher nach seinem Zieleinlauf und deutet an, dass das eine Basis ist, aus der man zukünftig so einiges machen kann.

Ihm dicht auf den Fersen war René, der sich für Roth keine konkreten Ziele gesetzt hat und einfach schauen wollte, was an diesem Tag möglich ist. Nach mäßiger Schwimmleistung konnte er auf der Radstrecke gut Meter machen. „Über den Solarer Berg habe ich schon viel gehört und Videos gesehen – jetzt bin ich da hochgefahren und es ist unbeschreiblich. Durch das Anfeuern und die damit verbundene Adrenalinausschüttung bin ich den Berg nach oben gesprintet und so haben mich die Zuschauer auf Puls 170 gepushed – ohne, dass ich es zu merkte.“ Als zweitschnellster aller Teilnehmer durchquerte René dann die zweite Wechselzone und ging die Laufstrecke bewusst ruhig an. „Ich wollte einen Einbruch, wie ich ihn dieses Jahr auf Lanzarote erlebt habe, vermeiden.“ So spulte er die ersten 26km der Laufstrecke konstant runter. Leichte Magenprobleme bremsten ihn dann etwas. „Ja, das war schmerzhaft – aber wir wollen es ja so.“ Dadurch verlor René zwar etwas Zeit, konnte aber bis km 38 den Pace akzeptabel hoch halten. „Die letzten 4km waren grauenhaft. Aber all das hat sich mit diesem Genialen Zieleinlauf gelohnt – was für eine Atmosphäre.“ Berichtet der Gesamt 61te und Altersklassen 17te (AK30) mit Gänsehaut. Besonders groß war seine Freude über die 09:22:46, welche neue persönliche Bestzeit für ihn bedeutet.

Unser Langdistanzrookie Thomas wollte im Grunde „nur“ finishen – bestenfalls unter 11h. Doch wir alle wussten, es wird anders kommen: Schon zum Frühstück packte er seine Geheimwaffe aus – es gab ein Gemisch aus Grieß- und Babybrei. Voller Energie konnte er so auf die Schwimmstrecke starten „und nach ca. 200m fand ich mich an der Spitze meiner Gruppe wieder. Ich ließ mich dann zurückfallen um im Wasserschatten etwas Kraft zu sparen.“ Wie geplant stieg er nach 1h 3min aus dem Wasser und ging die erste Radrunde recht verhalten an um auf der zweiten noch Reserven zu haben. „Doch leider hat mir der immer stärker werdende Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ So änderte er bewusst seine Taktik um sich nicht völlig zu verausgaben. Nach einem zügigen Wechsel hatte Thomas denselben Plan wie René und ging die Laufstrecke ebenso verhalten an um nicht zu „überpacen“. So konnte er der Hitze trotzen und dennoch bis km 35 ein paar Minuten auf seine geplante Zeit gut machen – aber auch ihn holten die Schmerzen noch ein. „…aber es waren dann nur noch 7 Kilometer und als ich dann Roth erreicht hatte, war klar, dass ich es bald geschafft habe. Der Zieleinlauf ist eine der geilsten Sachen, die ich je in meinem Leben erlebt habe. Für einen kurzen Augenblick sind alle Schmerzen vergessen und somit war auch mein geheimer Plan, das Ziel in unter 10h zu erreichen, erfüllt.“ Berichtet er voller Emotionen und fügt hinzu: „Da haben sich die Monate des Trainings und des Verzichts so richtig gelohnt. Ich glaube, es war auch nicht meine letzte Langdistanz, denn wer weiß was noch möglich ist. Aber das steht auf einem anderen Blatt Papier und habe ich nicht alleine zu entscheiden. Ich möchte mich auch nochmals bei meiner Familie für die Unterstützung -ohne die das Alles nicht möglich gewesen wäre- bedanken.“

Wir sagen: Glückwunsch – alle 3 Athleten Sub-10h. IHR HABT ROTH GEROCKT!!! Und Thomas, das Schlitzohr, war dabei die Überraschung des Tages. Wenn ihr euch jetzt noch mit dem von der DTU geforderten Teamnamen angemeldet hättet, wäret ihr dritter in der Teamwertung der deutschen Meisterschaften geworden!

Christian

 René

Thomas

Swim

00:54:47

 01:04:34

01:03:34

T1

00:01:51

 00:02:49

00:02:07

Bike

04:47:21

 04:50:06

05:15:20

T2

00:01:26

 00:01:03

00:01:44

Run

03:32:19

 03:24:15

03:33:10

Gesamt

09:17:42 

 09:22:46

09:55:52

Platzierung

51

 61

190

AK

23 (MPRO)

 17 (M30)

47 (M30)

DeuMeistersch.Ges.

27

 30

88

DeuMeistersch.AK

4 (MPRO)

 14 (M30)

27 (M30)

Renés Fazit: Leute, holt eure To-Do-Liste raus und notiert: „Challenge Roth UNBEDINGT machen!“. Von uns dreien gibt es ein dickes Plus. Ein Vergleich mit Frankfurt liegt nahe: Die Organisation ist bei beiden Veranstaltungen wahnsinnig gut, da gibt es nichts zu meckern. Sowohl die Schwimmstrecke als auch die Radstrecke ist in Roth unschlagbar – eine unglaubliche Atmosphäre. Eine Region, die diesen Sport liebt und lebt – das merkt man jedem einzelnen Zuschauer an. In Frankfurt waren 4 Laufrunden in Stadtnähe zurück zu legen, das hatte den riesen Vorteil, dass immer und überall viele Zuschauer am Streckenrand zu finden waren. Auf der Rother Laufstrecke muss man am kilometerlangem Kanal mentale Stärke zeigen, denn da gibt es nur Wind, Sonne und bis auf Stimmungsnester nur vereinzelt Zuschauer. Der Zieleinlauf am Frankfurter Römer ist genial – nicht zu übertreffen. In Roth war bei den Sub 10h Finishern das eigens errichtete „Stadion“ noch etwas leer – da sich viele Zuschauer noch am Streckenrand befanden – aber das ist meckern auf sehr, sehr hohem Niveau. Absolut nicht zu überbieten ist die Pastaparty und Zielverpflegung in Frankfurt – da kommt Roth definitiv nicht ran. Wer es familiärer mag ist auf jeden Fall in Roth am besten aufgehoben. Roth oder Frankfurt -> Ihr solltet beides unbedingt gemacht haben.